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  • AutorenbildUnkrautgourmet

Gewöhnliche Vogelmiere (Stellaria media)


Auf einen Blick:

Spitznamen: Sternmiere, Hühnermiere, Mausdarm, Hühnerdarm.

Ordnung:  Nelkenartige (Caryophyllales)

Familie: Nelkengewächse(Caryophyllaceae)

Verwendete Pflanzenteile: das ganze Kraut

Erntezeit: März bis September

Inhaltsstoffe: Vitamin C, Vitamin A, Mineralstoffe wie Kalium, Kupfer, Magnesium, Phosphor, Zink, Kalzium und Eisen sowie Saponine, Cumarine, Oxalsäure, Kieselsäure, Mineralsalze, Karotin und ätherische Öle.

Eigenschaften: antibakteriell, entzündungshemmend, schmerzlindernd, wundheilungsfördernd, blutreinigend, schleimlösend.

 

Hier fühlt sich die Vogelmiere wohl

Die Vogelmiere dient im Garten als Zeigerpflanze, da sie als ausgesprochener Stickstoffzeiger gilt. Die Pflanze liebt nährstoffreiche, unbedeckte und lockere Böden und du findest sie Unkrautfluren, Äckern, in Weinbergen und Gärten, an Wegen und Ufern.

 

Geschichte, Zauber und Magie

Die Vogelmiere ist eine der wenigsten Pflanzen die man das ganze Jahr sammeln kann und selbst im Winter an schneefreien Stellen zu finden ist. Vögel haben das Kraut der Vogelmiere und die Samen besonders gern, deswegen trägt die Pflanze weitere Volksnamen wie Vogelkraut, Gänsekraut, Stermiere und Hühnerdarm. Den Volksnamen Hühnerdarm hat die Pflanze, weil ein Gefäßleitbündel im Inneren des Stängels sichtbar wird, wenn man diesen ganz vorsichtig auseinanderzieht. Das volle Aroma entfaltet die Vogelmiere allerdings im Frühjahr. Die Pflanze soll verschwinden, wenn man sie um 12 Uhr an allen 4 Hausecken ausrupft. Die Vogelmiere als Unkraut auszurotten, erweist sich als unmöglich, denn eine Pflanze bringt jährlich 5 Generationen mit insgesamt 10 bis 20 000 Samen hervor und der Samen selbst kann 60 Jahre keimfähig warten, bis die Bedingungen wieder optimal sind. Sie ist eine Familienpflanze.

In Japan feiert man am 7. Januar das Fest der Sieben Kräuter (Nanakusa no sekku). An diesem Tag ist man als Kayu, einen Reisbrei, mit sieben Kräutern. Eines dieser Kräuter ist die Vogelmiere. Dieser Brauch soll Langlebigkeit und Gesundheit gewährleisten und geht auf ein chinesisches Brauchtum zurück, das Unheil abwenden soll.

 

Wofür du die Vogelmiere verwendest

In der Volksmedizin findet die Vogelmiere bei Husten, Asthma und Bronchitis unter anderem Verwendung, denn die in der Pflanze enthaltenen Saponine wirken schleimlösend. Die Vogelmiere ist aber auch ein pflanzlicher Jungbrunnen, denn durch die vielen Flavonoide, Chlorophyll und das Vitamin C dient die Pflanze dem Zellschutz und der Zellerneuerung. Außerdem wirkt die Vogelmiere basisch durch die vielen Mineralstoffe und ist damit die ideale Unterstützung bei einer Frühjahrskur. Hildegard von Bingen nutzte die Vogelmiere um Blutergüsse, Zerrungen und Prellungen zu heilen und der Kräuterpfarrer Sebastian Kneipp empfahl eine Vogelmierentinktur bei Rheuma und Verstopfung. Schon in der Steinzeitküche wurde der Ausbund an Lebensenergie geschätzt, denn bereits 50 Gramm des Wildkrauts decken den täglichen Vitamin C Bedarf eines Erwachsenen, was bereits den Urmenschen vor Skorbut bewahrte. Aufgrund der enthaltenen Saponine sollte Vogelmiere nicht in übergroßen Mengen eingenommen werden. Zudem wirkt die Vogelmiere auch milchsekretionshemmend bei stillenden Frauen.

Der bekannte Ethnobotaniker Wolf-Dieter Storl rät, kleingeschnittene Vogelmiere bei geringer Temperatur in Gänseschmalz zu schmelzen und einen Tag ruhen zu lassen. Dann wird der Ansatz erneut geschmolzen und durch ein Tuch abgeseiht. Die dadurch erhaltene Salbe hilft bei schlecht heilenden Wunden und kleineren Verletzungen.     

 

Hinweis: Ich gebe dir meine Tipps und Tricks weiter, die ich selbst im Alltag lebe. Meine Rezepte sind kein Ersatz für eine medizinische Beratung und Behandlung vom Facharzt.

Zusätzlich können die hausgemachten Heilmittel aber immer auch eine gute Ergänzung sein.

 

Die Wald-und Wiesenkräuterküche:

Stängel, Blätter und Blüten sind essbar und finden in der Küche Verwendung ob im Smoothie, Quark, Salaten, Suppen oder für schmackhafte Brotaufstriche-denn ihr Vitamin C Gehalt ist sechs Mal höher als der von Kopfsalat. Vogelmiere schmeckt nach kleinen Maiskölbchen. So ist sie auch für die Zimmervögel und für die Hühner eine gesunde Futterergänzung.

 

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