Der Rauhnachtbaum


Nun beginnt sie bald-die magische Zeit der Rauhnächte, die Ruhe einkehren lässt und Zeit sowie Raum bereit hält für Rituale und Bräuche.

Ein besonders schöner Brauch ist die Ritualgirlande am Rauhnachtbaum für die kommenden Rauhnächte.

Der Brauch, Zweige ins Haus zu holen ist ein altes Ritual, er diente dazu das Haus und Hof während der dunklen Jahreszeit vor Unheil zu schützen.Neun verschiedene Immergrüne sollen in der Rauhnachtgirlande enthalten sein, jeweils eine Pflanze stellvertretend für eines der Jahreskreisfeste des vergangenen Jahres. Doch welche Bedeutung und Zauber haben die Bäume?

Tanne: Tannen sind nicht wegzudenken aus unseren Wäldern. Tapferkeit, Mut und Stärke soll die Tanne vermitteln. In dieser Weise erscheint sie auch in den Mythologien der Völker, die mit diesem Baum ihren Lebensraum teilten. Die Tanne steht aber auch für das ewige Leben, als Symbol der Lebenskraft und für Wachstum.

In der Walpurgisnacht wurden Tannenzweige zum Schutz an die Viehställe gesteckt, um Unheil fernzuhalten.

Eibe: Die Eibe gilt als Zauberbaum und Symbol des ewigen Lebens und Schutzes. Zauberkräfte sagte man ihr nach, sie wurde als Schutz vor Hexen und bösen Geistern ums Haus herum gepflanzt.Zauberstäbe und Amulette wurden aus Eibenholz hergestellt. Eiben wachsen langsam, ihr Holz ist langlebig, widerstandsfähig und gleichzeitig biegsam. Deswegen stellten schon die Alemannen und Wikinger Bogenwaffen aus Eibenholz her.

Fichte: Die Fichte ist ähnlich wie die Tanne ein Schutzbaum und schützt vorallem vor negativen Energien. In den Rauhnächten wird Fichtenharz zum räuchern verwendet.Eine Räucherung mit der Fichte verleiht uns Mut, Zuversicht, Ruhe, Kraft und Ausdauer und schützt vor störenden Einflüssen.

Wacholder: Sein starker und angenehmer Duft, sowohl des Holzes, des Harzes, wie der Nadeln und seiner Früchte, liessen ihn in allen Kulturen ein hohes Ansehen geniessen.Für unsere Vorfahren war der Wacholder ein magischer Baum, der durch sein starkes Aroma Krankheiten und "böse Mächte" vertreiben konnte und als Schutzbaum galt. Der Wacholder ist ein wichtiger "Räucherbaum",der zur spiruellen Reinigung von Räumen eingesetzt wird. Der Baum ist im Charakter als zäh und ausdauernd und äusserst lebensbejahend zu beschreiben und aufgrund der enormen Lebenskraft des Wacholders, glaubte man auch, daß die unter Seelen der Verstorbenen bis zu ihrer Wiederkehr bei ihm Unterschlupf fanden.Kiefer: Die Kiefer ist ein Symbol fürLanglebigkeit, Unsterblichkeit und Ausdauer. Im keltischen Baumkreis wird sie als Baum der Geduld bezeichnet.


Ilex/Stechpalme: Die immergrünen Zweige mit den leuchtenden, roten Beeren sind nicht nur ein beliebter Winterschmuck, sondern auch ein Symbol für die Wiedergeburt-deswegen schmückten die Kelten früher ihre Häuser mit dieser Pflanze.Weil die in Europa heimischen Stechpalmen auch im Winter ihre Blätter behalten, haben sie im Glauben der Menschen immer eine besondere Rolle gespielt. Die Druiden hatten in der kalten Jahreszeit in ihren Wohnräumen Zweige der Pflanzen, um Feen und guten Waldgeistern Unterschlupf zu bieten.Stechpalmenzweige wurden vielfach auch verwendet, um Unheil abzuwehren, denn sie hatten magische Kräfte und boten Schutz vor Blitzschlag,Hexenzauber und bösen Geistern.

Efeu:Als immergrüne Pflanze, die bis zu 450 Jahre alt werden kann, symbolisiert Efeu das Leben. Efeu gilt als Sinnbild für Partnerschaft, Treue, Liebe, Bindung, Ewigkeit, Unsterblichkeit, Unendlichkeit und ein Weiterleben nach dem Tod.Wegen seiner robusten, heimeligen, verlässlichen und beschützenden Ausstrahlung, zieht man Efeu gerne vorm Haus.

Lebensbaum/Thuja: Laut keltischem Baumkreis gilt der Lebensbaum/Thuja als „Baum der Ewigkeit“ und ist ein fester Bestandteil von Friedhöfen. Als wintergrüner Baum verkörpert sie das ewige Leben, der die Schwelle zwischen Diesseits und Jenseits bewacht. Ihr starker Geruch vertreibt dabei die bösen Geister und hält sie von den Lebenden fern.Für das Brauchtum und die magische Nutzung als Räucherpflanze mit maßgeblich ist der Duft der Thuja, mit dem sie auch das Böse vertreibt.

Mistel: Allerlei magische Kräfte werden ihr nachgesagt,aufgrund ihrer angeblich magischen Kräfte galt die Mistel früher auch als Allheilmittel. Die mystische Kraft, die der Mistel zugesprochen wird, hat ihren Ursprung in den nordischen Göttersagen. Demnach ist sie die heilige Pflanze der Liebesgöttin Frigga. Die über der Haustür aufgehängten Mistelzweige waren Jahrhunderte lang ein Schutz vor vielerlei Unglück, vor bösen Menschen oder auch Feuer. Der auch als Hexenbesen bezeichnete Mistelzweig sollte letztlich auch böse Hexen fernhalten. Falls du jetzt Lust bekommen hast dir einen eigenen Rauhnachtbaum herzustellen-ein paar Tage Zeit hast du noch :-).