Wiesenschaumkraut

Ich freue mich im Frühjahr auf die kleinen weißen bis zartrosafarbenen Blüten des Wiesenschaumkraut, welche sich auf meiner Wiese am Bach ausbreiten. Diese kleine zierliche Pflanze blüht schon Ende März, sie ist sehr nektarreich und gerade in dieser doch sehr blütenarmen Zeit spielt sie eine wichtige Rolle als Futterpflanze für Bienen und Schmetterlinge. Die Schoten besitzen einen besonderen Schleudermechanismus, um die Samen zu verbreiten-bis zu 2m weit können die Samen geschleudert werden . Somit sind weder Ameisen noch Vögel oder der Wind vonnöten, den Nachwuchs in neue Gefilde zu transportieren.

Das Wiesenschaumkraut verwandelt feuchte Wiesen zur Blütezeit in einen wahren Blütentraum.

Früher war Wiesenschaumkraut eine landwirtschaftliche Zeigerpflanze, denn sie steht für grundwasserdurchzogene, lehmige Böden. Eine alte Bauernregel besagt,wenn viel Wiesenschaumkraut wuchs, so war es ein Anzeichen dafür, das es wenig Heu geben würde und somit die Ernte schlecht werden würde. Daher stammt auch der Name Hungerblume, wie das Kraut ebenfalls genannt wird. Schaumkraut wird es genannt, weil Schaumzikaden, das sind kleine Insekten, welche von der Pflanze leben, Schaumwolken auf dem Kraut hinterlassen. Der Schaum der Pflanze wird auch Kuckucksspeichel oder Hexenspucke genannt. Der volkstümliche Name „Muttertagsblume“ kommt wohl daher, weil das Wiesenschaumkraut gerne zum Muttertag geschenkt wurde. Leider jedoch verlieren die Blüten schnell die Blätter und der Straus dürfte nicht lange Freude machen.

Früher sagte man in England, dass, wenn man sich den Schaum an einem Maimorgen in seine Augen reibt, dann könnte man die Elfen sehen.

Vorsicht: Glaubt man dem alten Volksglauben, so verursacht das Pflücken des Wiesenschaumkrautes ein Gewitter mit Blitzschlag!

Das Wiesenschaumkraut ist ein feines Würzkraut in der Küche, findet aber auch in der Volksheilkunde Verwendung. Die Pflanze enthält Senföle und viel Vitamin C. Früher wurde sie zu Heilzwecken, u.a. gegen Skorbut, eingesetzt denn sie hat eine antibiotische Wirkung. Außerdem stärkt das Wiesenschaumkraut das Immunsystem und fördert den Stoffwechsel. Die Pflanze regt die Nierenfunktion an und wirkt harntreibend, darum wird sie auch „Bettbrunzer“genannt. Als Frühjahrskur eignet sich das Wiesenschaumkraut hervorragend, denn die Pflanze enthält Senfölglykoside, die unser Blut reinigen. Die enthaltenen Mineralien ,wie z.B Eisen,Magnesium und Kalium helfen uns bei der Frühjahrsmüdigkeit. Ein frischgepresster Pflanzensaft oder auch Kaltauszug der Pflanze wird in der Volksheilkunde bei Erkältungen, Asthma und Bronchitis eingesetzt.

In der Küche finden die jungen Blätter Verwendung als würzige Beigabe zum Frühjahrssalat.

Außerdem passen Blätter und Blütenstängel hervorragend in Quark, Suppen, Grüne Smoothies und auf das Butterbrot, die Blüten verzieren zusätzlich die Speisen.