• Unkrautgourmet

Kräuterbuschen binden zu Maria Himmelfahrt


In den Bergdörfern wird das Brauchtum noch gepflegt, wie zum Beispiel ein Kräuterbuschen zu Maria Himmelfahrt am 15. August. Der Kräuterbuschen wird dann feierlich in der Kirche geweiht. Er soll Heilkräfte besitzen, die sich die Landbevölkerung in Urzeiten zunutze machte: Unter dem Dachboden aufgehängt, soll er vor Blitzschlag schützen, unter dem Kopfkissen das Eheglück, im Viehfutter die Gesundheit der Tiere und im Kochtopf die des Menschen fördern.

Wer sich auf den Feldrainen, am Waldrand oder entlang der Forstwege etwas umsieht, wird sicher bald eine Reihe der nachfolgend aufgeführten Kräuter und Heilpflanzen finden. Um den Strauß etwas bunter zu gestalten kann man auch aus dem Blumengarten einige Blüten ergänzen.

Im Zentrum des Straußes steht die Königskerze, eine Pflanze, die nur an den sonnigsten, wärmsten und trockensten Plätzen zu finden ist.

Der Kräuterbuschen ist eine Art traditionelle Winterapotheke. In diesen Buschen kommen verschiedene Kräuter, die einen farbenprächtigen und würzig duftenden Strauß ergeben. Im Kräuterbuschen, den meine Frau im letzten Jahr gebunden hat, fand ich unter anderem folgende Kräuter und Pflanzen:

  1. Der Majoran ist ein Grippemittel und fördert die Verdauung.

  2. Dahlienblüten werden als Dekoration eingebunden

  3. Ysop ist ein klassisches Stärkungs- und Durchhaltemittel - er fördert die Konzentration.

  4. Schafgarbe ist blutstillend - bei Zahnfleischbluten kann man Schafgarbenblätter kauen.

  5. Die Rosen stehen für Liebe und Harmonie.

  6. Das Eisenkraut soll bei schwierigen „Amtsgängen“ helfen

  7. Die Ringelblumen gelten als generelles Heilmittel.

  8. Ackerminze verbreitet frischen Duft durch ätherische Öle

  9. Kamille, bekannte Heilpflanze, Blütenköpfe als Tee,

  10. Sonnenblume, sie dient mehr der Dekoration

  11. Blatt von Weiß- und Blaukraut

  12. Tausendgüldenkraut, bekannte Heilpflanze

  1. Getreideähren, Brot für Mensch und Tier

  2. Hopfen, ein Beruhigungsmittel

  3. Der Salbei reinigt die Luft

  4. Fenchel, wirkt bei Husten und Blähungen

  5. Baldrian wirkt beruhigend und entkrampfend

  6. Johanniskraut, seit alters her als Wund- und Beruhigungsmittel geschätzt

  7. Kornblume, bereichert den Strauß mit kräftigen Blautönen

  8. Wegwarte, früher als Naturheilmittel gegen Leberleiden

  9. Taubnessel

  10. Weidenröschen, bekannt Pflanze in der Naturheilkunde

  11. Farnkraut, gemeiner Wurmfarn, Arzneimittel gegen Bandwürmer

  12. Eberesche, mit den jetzt schon roten Beeren sehr dekorativ

  13. Rainfarn, früher als Wurmmittel und gegen Verdauungsstörungen geschätzt

  14. Geißfuß, früher Heilmittel bei Gicht und Rheuma

  15. Hirtentäschelkraut

  16. Nesselblättrige Glockenblume

Früher gehörten zu einem richtigen Kräuterbuschen 77 verschiedene Gräser und Kräuter. Unter anderem sammelten die Frauen Getreideähren, Hopfen, Fenchel und Baldrian. Kräuter wie Lavendel, Petersilie, Salbei und Kamille durften ebenso wenig fehlen wie Johanniskraut und Fünffingerkraut. Mittelpunkt des Kräuterbuschens sollte eine Königskerze, oder auch Muttergotteskerze genannt, sein. Der Buschen sollte an einem dunklen und kühlen Platz aufgehängt werden, damit die Farben und Heilwirkungen erhalten bleiben.

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