• Unkrautgourmet

Sei wie das Veilchen im Moose....


bescheiden sittsam und rein. Nicht wie die stolze Rose, die immer bewundert will sein. :-) Wer kennt es nicht, dieser Reim ziert unzählige Poesiealben mit eingeklebten Veilchenblüten. Ich denke bei diesem Reim besonders an meine Omi, die ihn so schön mit Betonung aufsagen konnte. Aber wisst ihr eigentlich was es noch für interessante Dinge über das Veilchen zu erzählen gibt? Wie bei vielen anderen Pflanzen auch, verbinden sich mit den Veilchen alte Sagen und Legenden, die den Blumen über ihre rein botanischen Merkmale hinaus eine phantasievolle und liebenswerte Identität verleihen. In deutschen Sagen ist das Veilchen wie viele andere Frühlingsblumen die Wunderblume, die verborgene Schätze anzeigt. Zwerge öffnen an den Plätzen, wo Veilchen wachsen den Zugang zu den Höhlen in den Bergen, in denen Reichtümer warten. Es wird erzählt, daß alle zehn Jahre in der Walpurgisnacht die Jungfrau von Tscherneborg aus ihrem Schlaf erwacht, den sie als verzaubertes Veilchen schläft. Wer die Blume in diesem Augenblick pflückt, bekommt das Mädchen zur Frau und dazu all ihre Schätze. Napoleon mochte das Veilchen als Blume so gerne, dass er sie zu seinem politischen Abzeichen wählte.

Für die Entstehung des Veilchens gibt es eine schöne Geschichte aus der griechischen Mythologie. Der Sonnengott soll die bildschöne Tochter des himmeltragenden Gottes Atlas mit seinen Strahlen so sehr belästigt und bedrängt haben.Die arme Schönheit wußte sich jedenfalls nicht mehr gegen diese Zudringlichkeit zu helfen und floh in ihrer großen Not zum obersten Gott Zeus und flehte um Hilfe. Der hatte Mitleid und half ihr, in dem er das verzweifelte Mädchen in ein Veilchen verwandelte. Geschützt vor den Strahlen des Sonnengottes kann es seit dieser Zeit versteckt im Moose des Waldes seine zarte, violette Schönheit entfalten.

Auch in späterer Zeit war das Veilchen stets beliebt - so wurde die erste Veilchenblüte im 12. Jahrhundert am Wiener Hof mit einem großen Fest begangen - ein Brauch, der im Mittelalter wohl in vielen Gegenden Süddeutschlands ebenso begangen wurde.

Veilchen symbolisieren Demut und Bescheidenheit, aber auch Feinfühligkeit, Zartheit, Jungfräulichkeit, Frühling, Hoffnung, Fruchtbarkeit, Treue und Liebe.

Die Blüten am Körper getragen, schützen gegen böse Geister und fördern das Glück. Mit Lavendel vermischt, ergeben sie eine starke Liebesstimmulanz und erwecken die Lust. Das erste Veilchen, das man im Frühling findet, erfüllt einen ganz besonderen Wunsch. Das Veilchen beruhigt das Gemüt und fördert den Schlaf. In einem grünen Stoffbeutel bei sich getragen, lässt es Wunden schneller heilen. Veilchen sind Inspirationshelfer und verbreiten Frieden in ihrer Umgebung.

Ich mag Veilchen schon ihrer Farbe wegen und sie duften so herrlich....eben nach Frühling :-)

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