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  • Marion Putensen

Fünf Brennesselblätter in der Hand


Jeder kennt aus seiner Kindheit die Brennnessel. Dieses Brennen auf der Haut, wenn man mit den zackigen Blättern in Berührung gekommen ist.

An Häusern, Hecken, Zäunen, Waldrändern, an Wegen und Straßen wächst sie, und es gibt kaum einen Menschen, der nicht schon einmal schmerzhafte Erfahrungen mit ihr gemacht hat. Nicht nur deshalb wird sie gemieden, auch wird sie als hartnäckiges Unkraut in unseren Gärten bekämpft. Doch im Grunde zählt sie zu unseren wertvollsten Heilpflanzen und ist gerade im Frühjahr vielseitig verwendbar.

Seit Menschengedenken findet die Brennessel Anwendung in der Küche, im Garten und in der Heilkunde.Sogar in der Textilindustrie wurde sie zur Herstellung von Nesselstoff verwendet.

Bei all dieser Vielseitigkeit wundert es mich dann doch, dass die Brennnessel von vielen Menschen so eisern bekämpft wird. Mit Hacke, Spaten, Pflug und Chemikalien rückt man ihr zu Leibe – meist erfolglos, da ihr ausuferndes Wurzelgeflecht immer wieder neue Pflanzen entstehen lässt. Sehr viel intelligenter wäre es also, wenn man das unvergleichliche Geschenk der Natur einfach für die eigene Gesundheit nutzen würde. In meinem Garten darf sie sich nach Lust und Laune verbreiten und ansiedeln.

Die Brennnessel kommt häufig auf nährstoffreichen,auch feuchten Standorten wie Auenwälder, Ufer, Weg-ränder, Schuttplätze vor. Sie zeigt eine hohe Stickstoffversorgung des Bodens an. Die Blätter der bis 1,5 m hohen Brennnessel sind meist dunkelgrün, eiförmig, am Rand grob gesägt und haben, wie der vierkantige Stängel, Brennhaare. Diese sind nach oben gerichtet und brechen bei Berührung von oben ab, das Nesselgift kann entweichen. Dies dient als Schutz vor Pflanzenfressern. Das sanfte Anfassen von unten nach oben brennt nicht, man kann sie also gegen den Strich streicheln :-).

Die Blüten entwickeln sich in den oberen Achseln der kreuzgegenständigen Blattpaare.

Für viele Schmetterlingsraupen dient die Brennessel als Nahrungsquelle.

Die Brennnessel besitzt eine entschlackende, blutreinigende und harntreibende Wirkung und eignet sich daher hervorragend als Fastentee.Ich verwende im Frühjahr gerne die Brennesselsamen.Aber auch in der Schönheitspflege spielt die Brennnessel eine große Rolle. So ist sie zum Beispiel schon seit ewigen Zeiten als natürliches Mittel gegen Schuppen und Haarausfall bekannt oder findet Verwendung in der Kosmetik.

Brennnesselblätter regen den Körperstoffwechsels an; sie sind Bestandteil vieler Teemischungen, besonders gegen Rheuma und Gicht. Sie hilft auch bei Leberbeschwerden, Magen- und Darmbeschwerden und bei Frühjahrs- und Herbstkuren. Plagt Sie die Frühjahrsmüdigkeit? Dann empfiehlt sich nach dem Aufstehen ein kleines Glas frisch gepresster Saft aus jungen Brennesselpflanzen.

Gemischt mit verschiedenen Frühjahrsgemüsen und frischen Kräutern sind junge Brennnesseln wegen ihres hohen Gehaltes an Vitamin C eine hochwertige Zutat. Die jungen Blätter werden wie Spinat zubereitet und sie sind wegen des geringen Säuregehaltes auch für Rheuma-, Gicht- und Arthritiskranke gut verträglich.

Im Volksmund wird die Brennessel auch Donnernessel genannt,angeblich soll sie den Blitzschlag ableiten.Um die Brennessel ranken sich viele Mythen und Sagen.Früher herrschte der Aberglaube das die Brennessel die Nadel des Teufels sei und die Waldrebe das Garn dazu.

Die Brennnessel soll auch Glück bringen – so soll ein Brennnesselgemüse, das man am Gründonnerstag isst, das ganze Jahr vor Geldsorgen schützen.

Am Johannistag verspeiste Brennnesselpfannkuchen schützen hingegen vor der Zauberei von Nixen und Elfen beziehungsweise sie werden sichtbar.

Wer fünf Brennnesselblätter in seiner Hand hält, soll einen klaren Verstand behalten und seine Furcht verlieren.In der Walpurgisnacht, der Nacht der Hexen, wurde Brennnessel auf Misthaufen gesteckt – Wohl um die Hexen fernzuhalten und bösen Zaubereien vorzubeugen. Wenn man Brennnessel und Schafgarbe gleichzeitig in einer Hand hielt, sollte man Immun gegen alle teuflischen Kräfte sein. In der Johannisnacht wurden in den Ställen Büschel aus Brennnessel aufgehängt, das sollte das Vieh beschützen.

Und so ragen sich viele Geschichten um diese wunderbare Pflanze.

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